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Schleswig-Holsteinischen Journalistenpreise 2016 verliehen

 Auch die zweite Auflage des Wettbewerbs, der vom Kieler Presse-Klub und dem Landesverband Schleswig-Holstein des DJV getragen wird, war ein voller Erfolg. Rund 20 Bewerbungen, 40 Ehrengäste bei der Festveranstaltung und drei Preisträger, deren Beiträge beispielhaft für Qualitätsjornalismus in den Medien des Landes sind – das ist die Bilanz der zweiten Ausschreibung des Preises, der unter dem Motto „Chancen und  Herausforderungen des demografischen Wandels“ stand.

 
Der 1. Preis wurde Ulrich Metschies, Wirtschaftsredakteur der Kieler Nachrichten, für seine  Reportage „Die Alten kommen mit Macht“ zuerkannt. „Dem Autor gelingt es mit seinem Beitrag, die Fülle der Fakten mit einer Beschreibung der Auswirkungen auf die Menschen anschaulich zu machen. Er bereitet die Fakten auf und ordnet sie in die ökonomischen,  sozialen, strukturellen und politischen Zusammenhänge ein. Zum Verständnis tragen außerdem eine Kommentierung sowie die grafische Aufbereitung bei. Insgesamt ist der Beitrag ein preiswürdiges Beispiel für eine überzeugende journalistische Darstellung eines vielschichtigen Themas, das unter den aktuellen Produktionsbedingungen einer Tageszeitung nach Auffassung der Jury herausragt“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Den 2. Preis erhielt Martin Schulte, Redakteur der Zeitungen des Schleswig-Holsteinischen  Zeitungsverlages, für seine Reportage „Stadt, Land, Flucht“. „Der Autor lenkt den Blick auf die Folgen des demografischen Wandels für die Dörfer in Schleswig-Holstein. Der Leser versteht, dass Dörfer und Städte in Zukunft noch weiter auseinanderdriften – sofern die politischen und gesellschaftlichen Einflussmöglichkeiten nicht intensiver genutzt werden. Am Beispiel einer Modellregion schafft der Autor eine Rundum-Perspektive und dirigiert den Leser anhand von Fakten, Interviews und eigenen Bewertungen durch die Fülle absehbarer Folgen. Zugleich erkennt der Leser als Botschaft zwischen den Zeilen, dass es auch auf sein Engagement ankommt, wenn es darum geht, die Chancen des demografischen Wandels zu erkennen und zu nutzen“, heißt es in der Verleihungsurkunde des Preises.
 Der Preis für Nachwuchsjournalisten ging an den NDR-Journalisten Lukas Knauer. Seine  Reportage „Ein Dorf trotzt dem demografischen Wandel“ überzeugte die Jury wegen der besonders gelungenen Verknüpfung von Informationen und authentischer Stimmung in dem Dorf Arlewatt in Nordfriesland. Der Autor lässt die Betroffenen ihre Sorgen schildern und vermittelt den positiven Gemeinsinn zwischen den Generationen und den Dörfern. Durch die sehr gelungene Verknüpfung von Information und authentischer Stimmung schafft der Beitrag einerseits Orientierung und gibt andererseits die Überzeugung der Dorfbewohner wieder „wir schaffen das, wenn wir es angehen“. 

Prof. Dr. Frank Überall, seit November 2015 DJV-Bundesvorsitzender, warb in seiner Rede für starke Medien. „Wenn wir eine funktionierende Demokratie haben wollen, brauchen wir guten Journalismus“. Die Medien müssten aber auch deutlich machen, dass es guten Journalismus nicht gratis gebe. Kostenlose Nachrichten bei Facebook seien kein Ersatz für Berichte mit inhaltlicher Substanz, sachlicher  Einordnung und pointierter Kommentierung. In diesem Sinne äußerten sich auch Arnold Petersen und Reinhardt Hassenstein. Gratisangebote  im Internet seien kein Ausweg aus sinkenden Auflagen. Qualitätsjournalismus gebe es nicht zum Nulltarif. Wer Leser, Zuhörer und Zuschauer binden wolle müsse sich deutlich von der unreflektierten Dauerberieselung mit Informationen im Internet unterscheiden.

In diesem Jahr steht der Journalistenpreis unter dem Motto: „Wahlen in Schleswig-Holstein“. Bewerbungen sind mit Bekanntgabe der Ausschreibung unter www.shjp.de in Kürze möglich. 

 

Erster Schleswig-Holsteinischer Journalistenpreis

Unter dem Motto „Qualitätsjournalismus hat einen Preis" schreiben der Kieler Presse-Klub e.V. und der Landesverband Schleswig-Holstein des Deutschen Journalistenverbandes den oben genannten Preis aus. Damit sollen Beiträge ausgezeichnet werden, die zum einen hinsichtlich Recherche, Darstellung des Themas, Aufbau und Wortwahl als herausragende journalistische Arbeit generell und zum anderen als Beleg für Qualitätsjournalismus in Schleswig-Holstein speziell gelten können. Die Ausschreibung richtet sich an hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten sowie an Volontärinnen und Volontäre, die für Medien in Schleswig-Holstein tätig sind. Dazu wird es zukünftig wechselnde Themenvorgaben geben, wobei das erste Thema „Integration in Schleswig-Holstein" lautet. Eingereicht werden können diesbezügliche journalistische Texte in jeder Darstellungsform (Bericht, Reportage, Feature, Kommentar, Bild). Weiterlesen

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